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Andere Länder, andere Keime – Durchfall, der ungeliebte Reisebegleiter

Wer eine Reise tut, der kann was erzählen – hoffentlich nicht von Montezumas Rache. Denn wer im Urlaub tagelang mit Durchfall auf der Toilette sitzt, statt am Strand zu liegen oder das ferne Land zu erkunden, dem ist der Urlaub vermiest. In den meisten Fällen ist die Reisediarrhoe unkompliziert und nach einigen Tagen wieder vorbei. Auf jeden Fall sollte jeder Reisende – vor allem solche, die in tropische und subtropische Gegenden Afrikas, Lateinamerikas, Asiens und Südostasiens reisen, mit dem Hausarzt absprechen, welche Elektrolytlösung und Medikamente für den Notfall mitzunehmen sind.

Andere Länder, andere Keime – Sind diese dem Körper fremd, können sie zu Durchfall führen. Auf Kreuzfahrtschiffen verursachen auch Noroviren häufig eine Durchfallepidemie unter den Passagieren. Bauchkrämpfe und Übelkeit können zum wässrigen Stuhl dazukommen. Wenn der Spuk in drei bis fünf Tagen nicht vorbei ist und/oder Fieber und blutiger Stuhl vorhanden sind, dann ab zum Arzt.

Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere, chronisch Kranke und alte Menschen neigen rasch zum Dehydrieren, daher ist in diesem Fall besondere Vorsicht geboten und ehestmöglich ein Arzt aufzusuchen.

Boil it, cook it, peel it or forget it”- brate es, koche es, schäle es oder vergiss es

 

Obige Regel soll für Lebensmittel angewendet werden. Bei Obst und Gemüse in exotischen Ländern von Ungeschältem und Ungekochtem sowie auch von frischem Salat die Finger lassen, Fleisch muss immer gut durchgebraten sein. Zur Durchfall-Vorsorge auf Leitungswasser und Eiswürfel sowie Rohkost verzichten, wenn man sich der Sauberkeit des Wassers und der Hygiene nicht ganz sicher ist. Ist kein sauberes Wasser zum „Händewaschen“ vorhanden, Desinfektionsgel mitführen und benutzen.  Das sind nur einige der Grundregeln, um eine Magen-Darm-Infektion in fernen Ländern zu verhindern. Sicherheit gibt es aber keine. Salate, frisch gepresste Säfte, selbstgemachtes Eis oder Eiswürfel an Straßenständen oder Restaurants unterwegs bergen häufig das Risiko von Erregern für Infektionen. Daher meiden und auch nur Trinkwasser aus der Flasche trinken.

Ursachen für Reisediarrhoe

  • Darmgrippe durch Viren oder Bakterien
  • Lebensmittelvergiftungen durch Bakterien
  • Infektionen mit Kolibakterien
  • Parasiten wie Amöben

 

Therapie – Viel Flüssigkeit ist das Um und Auf

Hier noch weitere Infos, Empfehlungen zur Vorbeugung, Behandlung und dem Umgang mit Reisediarrhoe:

  • Heftiger Durchfall mit Fieber, Blut oder Schleim im Stuhl, der nicht abklingt kann auf eine ernstere Ursache wie Malaria oder Cholera hinweisen. Bei solchen Symptomen unbedingt Arzt zur Abklärung aufsuchen, der ein Antibiotikum verschreibt. Auch wer Wochen nach einer Tropenreise zu Hause solche Beschwerden bekommt, sollte an eine dieser Krankheiten denken und den Arzt oder ein Institut für Tropenmedizin konsultieren.
  • Therapie des unkomplizierten Durchfalls: Am wichtigsten ist der Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes und der verloren gegangenen Blutsalze (Natrium, Kalium und Chlorid). Als Getränke eigenen sich Mineralwasser, Wasser aus der Flasche, gezuckerte Tees oder Elektrolytlösungen aus der Apotheke. Diese gibt es als Pulver oder Granulat im Sackerl zum Auflösen (z.B. Normhydral, Normolyt). Sie gehören fix in die Reiseapotheke. Die Trinkmenge sollte 40 ml/kg Körpergewicht innerhalb von 24 Stunden betragen (z.B. bei 70 kg Gewicht knapp unter drei Liter).

Ist keine Elektrolytlösung zu Hand, helfen als Flüssigkeitsersatz folgende Getränke:

  1. a) Zutaten: 8 TL Zucker, ¾ TL Salz, ½ l Orangensaft (Kalium) und ½ l Mineralwasser.
  2. b) Zutaten: 1 Liter abgekochtes Wasser, 1 TL Salz, 7 bis 8 TL Traubenzucker oder Zucker, Orangensaft oder zerdrückte Bananen als Kaliumlieferanten zugeben.
  3. c) Wenn gar nichts anderes vorhanden ist kann man sich mit Cola (kein Cola light) und Salzstangerl helfen. Am besten Cola mit der gleichen Menge Mineralwasser verdünnen und versuchen, Kalium durch Orangen und zerdrückte Bananen zuzuführen.

Der Urin gibt Aufschluss, ob genügend getrunken wurde. Er muss hellgelb und darf nicht bernsteinfarben oder dunkler sein. Wer an bestimmten Herz- oder Nierenerkrankungen leidet, soll vor der Reise mit dem Hausarzt abklären, welche Maßnahmen in seinem Fall bei Durchfall zu setzen sind.

  • Medikamente: Die Einnahme von Antibiotika ist bei unkompliziertem Reisedurchfall meist nicht notwendig. Bei schwerem Verlauf oder wenn sich die Infektion nicht nur im Darm abspielt oder bei bestimmten Erregern (Cholera etc.) sind Antibiotika sinnvoll. Diese müssen aber von einem Arzt verordnet werden.

Aktivkohle hat keine nachgewiesene Wirkung.

Probiotika können helfen, die Darmflora nach dem Durchfall wieder aufzubauen.

Loperamid (Imodium) soll nur ein, zwei Tage lang und in Ausnahmefällen angewendet werden. Der Wirkstoff hemmt die Darmperistaltik und damit den Durchfall, aber die Bakterien werden nicht ausgeschieden. Ist nur empfohlen, um etwa eine lange Busfahrt oder Flug zu überstehen.

  • Bei Übelkeit ist empfohlen bei ersten Anzeichen Paspertin oder andere Mittel gegen Übelkeit einzunehmen. Vielleicht kann das Erbrechen verhindert werden.

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