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Grippe, Erkältung und Covid-19 zeigen ähnliche Symptome

Niesen, Frösteln, Husten, Gliederschmerzen & Co – Wer solche, für die kalte Jahreszeit typischen Symptome entwickelt ist derzeit viel mehr verunsichert als noch vor drei Jahren. Man stellt sich die Frage: Influenza (Grippe), Erkältung oder Covid-19-Erkrankung? Hier sollen die wesentlichen Unterschiede der drei Viruserkrankungen dargestellt werden. Bei Zweifel und starkem Krankheitsgefühl immer Hausarzt/Hausärztin konsultieren.

Durch Viren hervorgerufene Erkrankungen der Atemwege sind auf den ersten Blick oftmals nicht voneinander abzugrenzen. Übertragen werden sie hauptsächlich durch die Atemluft (Aerosole, Tröpfcheninfektion). Die endgültige Diagnose muss aufgrund von Krankengeschichte und Symptomen vom Arzt gestellt werden. Bei Covid-Verdacht ebenfalls den Hausarzt oder die Hotline unter der Nummer 1450 anrufen. Säuglinge, ältere und immunschwache Menschen sowie solche mit Grunderkrankungen, sollen sich bei allen Virusinfekten frühzeitig in ärztliche Begleitung begeben, weil sie ein Risiko für einen schweren Verlauf und/oder Komplikationen haben.

1) Grippalen Infekt erkennen

Mehr als 200 verschiedene Viren können eine Erkältung mit Entzündung der Nasen-, Nasenhöhlen- und Rachenschleimhaut hervorrufen. Manchmal sind auch die unteren Atemwege mit einer Bronchitis betroffen. Der grippale Infekt verläuft meist unkompliziert. Die Inkubationszeit beträgt, je nach Erreger, zwischen 12 Stunden und drei Tagen. Symptome:

  • Frösteln, Krankheitsgefühl und laufende Nase

Dazu können kommen:

  • Gerötete Augen, Halsschmerzen, Husten
  • Eventuell Kopf- und Gliederschmerzen
  • Eventuell erhöhte Temperatur

Nach einer Woche sollte die Erkältung ausgeheilt sein, der Husten kann sich länger halten. Bei hohem Fieber, immer stärker werdenden Beschwerden, Schmerzen in der Brust oder Problemen beim Atmen den Hausarzt/die Hausärztin konsultieren. 

Komplikationen: In seltenen Fällen kann es zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion wie etwa Kehlkopf-, Mandel- Mittelohr-, Nasennebenhöhlen- oder Lungenentzündung kommen. 

Behandlung: Sich schonen und Symptome lindern. Schmerzmittel, abschwellende Nasensprays, Medikamente gegen den Husten oder Fiebersenker können angezeigt sein. Antibiotika sind bei diesen Infekten wirkungslos und daher nicht sinnvoll. 

2) Influenza (saisonale Grippe) erkennen

Die Grippe ist eine schwerere Erkrankung als der Infekt. Die wirksamste Vorbeugung ist eine Grippe-Impfung – auch in Zeiten von Corona. Hauptsaison der Influenza ist Dezember bis März. Dank der Hygienemaßnahmen und Kontaktreduktion gab es im Winter 2020/2021 nur vereinzelte Grippefälle in Österreich. Heuer werden wieder mehr Influenzainfektionen erwartet.

Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Grippe liegen meist ein bis drei Tage. Die Beschwerden treten plötzlich auf und betreffen den gesamten Körper:

  • Hohes Fieber und starkes Krankheitsgefühl
  • Halsschmerzen, trockener Husten
  • Schnupfen
  • Kopf-, Muskel und Gliederschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Starke Abgeschlagenheit

Dazu können, Durchfall und Erbrechen sowie Atembeschwerden kommen. 

Bei Schmerzen in der Brust, sehr hohem Fieber, starken Schmerzen und Problemen beim Atmen sofort den Arzt/die Ärztin verständigen. 

Bei unkompliziertem Verlauf bessern sich die Anzeichen innerhalb von zwei bis fünf Tagen, viele Betroffene haben die Influenza nach einer Woche überstanden. Man kann sich aber ein, zwei Wochen danach noch müde fühlen und an Husten laborieren. 

Als Komplikationen sind Lungenentzündung, Entzündung des Herzmuskels oder Rippenfells, der Nieren, des Mittelohres, der Nasennebenhöhlen und der Hirnhäute zu nennen. Im schlimmsten Fall kann es zu Kreislaufversagen kommen.

Behandlung – Ab ins Bett: Zur Behandlung/Erholung gehören ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Bettruhe. Es gibt Medikamente zur Grippevirenbekämpfung. Sie müssen innerhalb der ersten 12 bis 48 Stunden verabreicht werden. Ansonsten wird wie bei der Erkältung symptomatisch behandelt. 

3) Covid-19-Erkrankung erkennen

Seit beinahe zwei Jahren sind wir mit der Pandemie durch das neuartige Coronavirus SARS-Cov-2 belastet und beschäftigt. Es gibt kein einheitliches typisches Beschwerdebild der Covid-19-Erkrankung. Sie kann der Influenza ähnlich erscheinen, die Symptome und der Verlauf können aber auch sehr vielfältig sein und variieren – auch je nach Virusmutation. Wer befürchtet an Covid-19 erkrankt zu sein, muss zu Hause bleiben und soll den Hausarzt/die Hausärztin oder 1450 anrufen. Ein PCR-Test oder Antigen-Test kann Gewissheit bringen.

Die wichtigste Maßnahme, sich vor einem schweren Verlauf der Covid-19 Erkrankung zu schützen, ist die Impfung.  

Die häufigsten Symptome sind (außer bei schwerem Verlauf):

  • Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Halsschmerzen
  • Störung des Geruchs- und Geschmackssinns
  • Husten, rinnende Nase oder verstopfte Nasenatmung
  • Schwäche 
  • Fieber

Seltener kommen vor: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Hauterscheinungen, Rückenschmerzen und Kreislaufprobleme.

Die Symptomatik kann sich im Lauf der Erkrankung verändern. Beginnt sie mit Kopfweh und Schnupfen können zwei Tage später Husten und Fieber im Vordergrund stehen. Rund 20 Prozent der Infizierten haben beschwerdefreie Verläufe. 

Wichtig: Schon einige Tage bevor Symptome auftreten ist man infektiös und kann das Virus weitergeben. Von der Ansteckung bis zu Symptomen können fünf bis 14 Tage vergehen.

Überwiegend verläuft Covid-19 mild bis moderat, den Symptomen kann man symptomatisch zu Leibe rücken.

Keiner ist vor einem schweren Verlauf gefeit. Risikogruppen sind laut heutigem Stand ältere und immunschwache Personen, jene mit chronischen Herz-, Lungen-, Nieren- und Lebererkrankungen. Auch Adipöse, Diabetiker und Raucher haben ein erhöhtes Risiko. 

Als lebensgefährliche Komplikation sind z.B. das akute Atemnotsyndrom (ARDS) zu nennen, was eine künstliche Beatmung erforderlich macht. Weiters kann es zu Blutgerinnseln, Lungenentzündung, Thromboembolien, Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelentzündungen, Nierenversagen, Superinfektionen, neurologischen Symptomen, Sepsis und Multiorganversagen kommen. Der Zustand verschlechtert sich oft unvorhergesehen und rasch, auch bei jüngeren Betroffenen. In manchen Fällen treten Symptome noch Wochen bis Monate nach Ende der Erkrankung auf. Dann spricht man von Long Covid Syndrom.

Keine der Virusinfektionen soll verharmlost werden! Nehmen Sie sich im Falle einer Erkrankung genügend Zeit zum Auskurieren! 

Foto: AdobeStock

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