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Ab in den Urlaub – bei Langstreckenflügen Thrombose vorbeugen

Endlich wird der Traum vom Karibikurlaub wahr… – Ob beruflich oder privat, jeder, der in die Ferne fliegt, soll die Thromboseprophylaxe nicht vernachlässigen. Wer länger als vier, fünf Stunden Reise im Flieger, Bus oder Auto vor sich hat, soll zwischendurch immer wieder aufstehen und sich bewegen. Wie die Vorbeugung eines Blutgerinnsels im individuellen Fall ausschaut, sollten Sie mit der Hausärztin/dem Hausarzt absprechen.

Das stundenlange Sitzen mit abgewinkelten Beinen verschlechtert den Blutfluss in den Venen. Es kann sich Blut zurückstauen und im schlimmsten Fall ein Blutgerinnsel einer Beinvene verstopfen. Meist entsteht eine Thrombose in den Unterschenkeln. In sehr seltenen Fällen löst sich ein Teil des Blutpfropfens und führt zu einer Lungenembolie.

Im Flugzeug begünstigen auch der niedrige Luftdruck, enge Sitze und trockene Luft eine Thrombose. Durch die Druckerniedrigung dehnen sich die Venen aus, das Blut fließt langsamer und die Gefahr für ein Blutgerinnsel steigt. Die geschwollenen Füße nach der Landung sind eine Folge des niedrigen Druckes in der Kabine. Die Luftfeuchtigkeit im Flugzeug sinkt nach sechs Stunden Flug auf 5 – 10% (entspricht Wüstenklima). Dadurch verdunstet der Körper mehr Flüssigkeit. Viel Flüssigkeit geht auch durch die Atmung verloren. Der Körper trocknet aus, das Blut dickt ein.

Risikogruppen

Dennoch ist vor einem Fernflug keine Panik angebracht. Vermehrt thrombosegefährdet sind Menschen über 40 mit bestehender Venenschwäche oder Krampfadern, bei früherer Beinvenenthrombose oder Lungenembolie, familiärer Thromboseneigung, bei Übergewicht, Raucher, bei Ruhigstellung eines Beines durch Gipsverband, angeborener Blutgerinnungsstörung, bei Tumorerkrankung, Herzschwäche, Schwangerschaft, Einnahme der Anti- Baby- Pille oder Hormonersatztherapie. Auch Personen mit kurz zurückliegenden Operationen haben ein höheres Risiko.

Heparin-Prophylaxe

In Absprache mit dem Arzt sollen Gefährdete etwa zwei Stunden vor dem Flug zu einer Selbstinjektion von niedermolekularem Heparin greifen. Die Anwendung aus einer Fertigspritze subkutan (unter die Haut in das Fettgewebe etwa am Bauch oder Oberschenkel) ist einfach. Die Einnahme von ASS (Acetylsalicylsäure) wird nicht empfohlen, da ASS in den Venen kaum wirkt.

In Bewegung bleiben – Tipps vor und während des Fluges

  • Häufig Aufstehen (jede Stunde) und im Flugzeug herumgehen. Folgende Bewegungsübungen durchführen: Mit Füßen und Zehen wippen. Vom Ballen in den Fersenstand hin- und herrollen. Wenn möglich, Beine anziehen und ausstrecken. Das Gesäß immer wieder hochheben. Zwischendurch auch die Waden regelmäßig massieren, dabei immer von den Knöcheln zum Knie streichen, um die Venen in Richtung Herz zu leeren.
  • Menschen mit schwachen Venen oder anderen Risikofaktoren sollen Stützstrümpfe tragen. Sie werden vom Hausarzt verordnet und dem Bandagisten angepasst. Ihr ständiger Druck wirkt dem Blutstau in den Beinen entgegen.
  • Immer wieder zwischendurch bewusst tief ein und ausatmen
  • Regelmäßige Flüssigkeitszufuhr: etwa ein Viertelliter Wasser alle zwei Stunden trinken. Keinen Alkohol, er erweitert die Gefäße, was den Blutrückfluss erschwert. Wenig Kaffee zu sich nehmen, er entwässert.
  • Keine Schlaf- und Beruhigungsmittel zuführen. Dadurch bewegt man sich noch weniger.
  • Bequeme, die Taille nicht einschnürende Kleidung, tragen. Auch bequeme Schuhe wählen oder dicke Socken für den Flieger mitnehmen.

Alarmsignale

Bei folgenden Anzeichen ärztliche Abklärung anstreben:

  • Schwellung der Wade, Knöchelregion und des Fußes
  • Schwere- und Spannungsgefühl im Unterschenkel
  • Schmerzen im Unterschenkel, Oberschenkel oder der Leiste, die einem Muskelkater ähneln können
  • gespannte (glänzende) und bläulich verfärbte Haut
  • Überwärmung und Rötung des Unterschenkels
  • leichtes Fieber
  • beschleunigter Puls

Wichtig: eine Thrombose kann auch ohne diese Symptome vorliegen.

Behandelt wird die Thrombose durch Medikamente und eine Kompressionstherapie oder in seltenen Fällen operativ. Ziel ist es, eine Embolie in einem anderen Organ (z.B. der Lunge) zu verhindern.

 

 

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